Warum bei der AR-Professionalisierung ein Rückschritt droht

Der Governance-Experte Christian Strenger hat uns darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung eine kritikwürdige Änderung des Aktiengesetzes plant: Der Finanzexperte im Aufsichtsrat muss laut einem Gesetzentwurf künftig nicht mehr „unabhängig“ sein. Damit dürften Kontrolleure, die Jahresabschlüsse prüfen, enge Verbindungen zum Unternehmen oder zu Großaktionären haben. Das laufe „dem Ziel der Stärkung der Aufsichtsräte und ihrer Prüfungsaufgabe zuwider“, warnt Strenger, der zudem kritisiert, dass statt der „Unabhängigkeit“ lediglich eine „Vertrautheit“ des Gremiums mit der Branche vorgeschrieben werden soll. Dafür soll es bereits reichen, „wenn einzelne Mitglieder durch intensive Weiterbildungen Sektorkenntnisse erworben“ haben. Und der Rest? Unterm Strich bleibt zu konstatieren: Die neue Regelung wäre ein Rückschritt auf dem Weg zur wichtigen Professionalisierung des Berufsstandes.

Freitag, 01. April 2016|Kategorien: Flops|

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