Wer sich im Wirtschaftsjournalismus auskennt, weiß: Auskunftsfreudige Aufsichtsräte gehören zu den wichtigsten Informanten der Medien. Und leider muss man konstatieren, dass dies in besonderem Maße für Gewerkschafter und Politiker gilt, die bisweilen eine eigene Agenda verfolgen und immer wieder gezielt Informationen „durchstechen“. Wenn in Gremien beide Gruppen vertreten sind – etwa bei Staatskonzernen wie der Deutschen Bahn – scheint uns deshalb das Risiko von Indiskretionen und öffentlich ausgetragenen Konflikten besonders hoch. Aus gegebenem Anlass erinnern wir an die VARD-Berufsgrundsätze, denen zufolge sämtliche Aufsichtsräte ihr Mandat „ausschließlich zum Wohle des Unternehmens“ ausüben müssen – und nicht einzelner Stakeholder.