Szene-News 30.09.2016

Aus den Gremien

Mattes wird Ford-Aufsichtsrat

Bernhard Mattes, seit 14 Jahren CEO von Ford Deutschland und damit dienstältester Vorstandschef einer Automobilmarke hierzulande, wechselt Anfang 2017 in den Aufsichtsrat. Nachfolger des 60-Jährigen wird der bisherige Qualitätschef von Ford of Europe, Gunnar Herrmann.

Zoff bei Daimler-Metallern

Sibylle Wankel, Chef-Justiziarin der IG Metall, ist in den Daimler-Aufsichtsrat berufen worden und hat sich damit gegen eine Kandidatin der Christlichen Gewerkschaft Metall durchgesetzt. Wankel folgt auf Sabine Maaßen, die zuvor ebenfalls IG-Metall-Justiziarin war, aber ihr Mandat niedergelegt hatte, weil sie als Personalchefin zur Werftensparte von Thyssen-Krupp – und damit auf die Arbeitgeberseite – gewechselt ist.

Pfuhl hört bei Edel auf

Joerg Pfuhl, Aufsichtsratschef des Musikunternehmens Edel, gibt sein Amt zum 1. Oktober ab, weil er seit September Chef der deutschen Buchverlage der Holtzbrinck Publishing Group ist. Neuer Aufsichtsrat ist Markus Conrad, der noch bis Jahresende für die Tchibo GmbH als Vorsitzender der Geschäftsführung arbeitet und bald an die Spitze des Edel-Aufsichtsrats rücken soll.

Berchtold meidet Konflikte

Walter Berchtold, Mitglied des Verwaltungsrats bei der börsennotierten Schweizer Beteiligungsgesellschaft Alpine Select, tritt zum Jahresende von seinem Mandat zurück. Grund: Der Manager ist gerade zum Chef der Falcon Private Bank ernannt worden und will nun Interessenskonflikte vermeiden.

 

Investoren-Szene

Keine Kohle für Beamte

Immer mehr Beamten-Pensionsfonds orientieren sich bei Aktieninvestments an Öko- und Sozialkriterien. Auch Rheinland-Pfalz hat nun auf Initiative der Grünen beschlossen, eine „Divestment“-Strategie zu entwickelnund vor allem Aktien von Firmen zu verkaufen, die ihr Geld mit „fossilen Energieträgern verdienen“.

Hohn macht Druck auf VW

Christopher Hohn, Chef des Hedgefonds und VW-Investors TCI, hat ein radikal verändertes Vergütungssystem für VW-Manager gefordert. Derzeit bezahle der Konzern seinen Topmanagern „riesige Geldsummen“, wenn das Ebit über fünf Mrd. Euro liege. Das sei „offensichtlich falsch“. Zudem müssten die Boni in Aktien gezahlt werden.

Morgan Stanley & die Frauen

Die US-Großbank Morgan Stanley drängt ihre rund 16.000 Kundenberater, Anlegern Investitionen in Unternehmen zu empfehlen, bei denen Frauen hohe Führungspositionen innehaben. Es gebe rund 30 Anlageprodukte mit einem entsprechenden Fokus, teilte das Geldhaus jüngst mit.

Viola aus dem Amt gedrängt

Medienberichten zufolge haben Investoren Fabrizio Viola, Noch-Chef der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi, aus dem Amt gedrängt. Er wird abtreten, sobald sein Nachfolger gefunden ist. Viola und Ex-Monte-Paschi-Verwaltungsratschef Alessandro Profumo werden Insidern zufolge der Bilanzfälschung und Marktmanipulation verdächtigt.

Kurz notiert

Managerhaftung.

Der Volkswagen-Aufsichtsrat prüft in Sachen Dieselgate jetzt auch Ansprüche gegen frühere Führungskräfte – darunter laut Presseberichten auch Daimler-Manager Wolfgang Bernhardt.

Altersgrenze.

Weitere interessante Ergebnisse der neuen Aufsichtsratsstudie (siehe „Tops“): 26 Dax-Konzerne haben eine Regelaltersgrenze für Aufsichtsräte, die zwischen 70 und 79 Jahren liegt. 22 haben zudem maximale Amtszeiten, meist zwischen zwölf und 19 Jahren.

Mitbestimmung.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und DGB-Chef Reiner Hoffmann haben in einem gemeinsamen Beitrag die deutsche Mitbestimmung gelobt. Dass nur Arbeitnehmer in Deutschland Aufsichtsräte wählen dürften, sei keine europarechtswidrige Diskriminierung, betonten sie.

Cybersicherheit.

Die European Confederation of Directors Associations (ecoDa), der auch VARD angehört, veranstaltet  am 14. Oktober ein Webinar zum Thema “EU/US boards and cyber risk management“.

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