Szene-News 07.10.2016

Aus den Gremien

Chevron stützt Stumpf

John Stumpf, Chef der skandalgebeutelten US-Bank Wells Fargo, hat Rückendeckung vom Ölkonzern Chevron erhalten. Er sei ein „geschätztes Board-Mitglied“, sagte ein Chevron-Sprecher. Trotz des Skandals um Scheinkonten bei Wells Fargo, den Investoren vor allem Stumpf anlasten, darf der Manager sein Board-Mandat also behalten – vorerst zumindest.

Hoeneß vor Comeback

Der Verwaltungsbeirat des FC Bayern München e. V. hat einstimmig vorgeschlagen, Uli Hoeneß am 25. November erneut zum Präsidenten des Vereins zu wählen. Damit könnte auch der Weg für eine Rückkehr als Chef des Aufsichtsrats der Bayern München AG geebnet sein. Noch übt Karl Hopfner beide Ämter in Personalunion aus.

Zedelius zur ESMT

Werner Zedelius, Vorstandsmitglied der Allianz, ist neuer Aufsichtsratschef der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Er folgt auf Clemens Börsig, der unter anderem in den Kontrollgremien von Daimler und Bayer sitzt. Zu den weiteren ESMT-Aufsichtsräten gehören Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret und Joachim Faber, AR-Chef der Deutschen Börse.

Ex-Kanzler als Verwaltungsrat

Altbundeskanzler Gerhard Schröder leitet den Verwaltungsrat des neuen Unternehmens „Nord Stream 2“, das die Erdgaspipeline zwischen Russland und Deutschland erweitern soll und dem Staatskonzern Gazprom gehört. Auch beim Nordstream-Konsortium, das bereits zwei Leitungen betreibt, bleibt er an Bord.

Investoren-Szene

Nachspiel bei Stada

Der Investor Active Ownership Capital (AOC) klagt gegen die Wahl der neuen Stada-Aufsichtsräte Birgit Kudlek und Gunnar Riemann auf der Hauptversammlung am 26. August. AOC bezweifelt, dass alles mit rechten Dingen zuging. Kudlek und Riemann hatten sich in einer Kampfabstimmung gegen zwei Kandidaten der Investmentgesellschaft durchgesetzt.

Rorsted soll Marge steigern

Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment, erwartet vom Sportartikelhersteller Adidas innerhalb „weniger Jahre eine zweistellige Marge“. Anlass für die Ansage war der Amtsantritt des ehemaligen Henkel-Vorstandschefs Kasper Rorsted, der zu Monatsbeginn Herbert Hainer als Adidas-Chef abgelöst hat.

Singer ärgert General Electric

US-Finanzinvestor Paul Singer will über seine Investmentgesellschaft Elliott Management weitere Aktien am Lübecker 3D-Druck-Spezialisten SLM Solutions kaufen. Das könnte die Übernahmepläne von General Electric gefährden. Singer steigt bei Übernahmeobjekten gerne ein, um den Preis nach oben zu treiben.

ABB-Abfuhr für Cevian

Der schwedische Investor Cevian hat eine Abfuhr von ABB kassiert: Das Management hat es abgelehnt, den Technologiekonzern – wie von Cevian gefordert – aufzuspalten. Cevian-Chef Lars Förberg nannte dies eine „unglückliche Entscheidung“, weil „ABB bereits lange Zeit zu wenig geliefert“ habe. Das Kurspotential der Aktie betrage 35 Franken. Aktuell notiert sie bei 22 Franken.

Kurz notiert

Sparkassen-Streit.

Verwaltungsratschef und Bürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat im Streit um die Ausschüttungen der Stadtsparkasse Düsseldorf einen Etappensieg errungen: Das Gremium entschied, den Vertrag von Vorstandschef Arndt Hallmann nicht zu verlängern.

Frauenquote & Kompetenz.

Eine aktuelle Studie belegt, dass Frauen wichtige Kompetenzen in Boards und andere Gremien einbringen. So kennen sie sich bei Personal und Risikomanagement meist besser aus als ihre männlichen Kollegen.

Führungskultur bei Daimler.

Der Daimler-Chef Dieter Zetsche hat eine positive Zwischenbilanz des Programms „Leadership 2020“ gezogen, das den Konzern innovativer machen soll: Mehr als 150 Ideen seien bereits entstanden, 80 Prozent hätten „sofort grünes Licht bekommen“.

Managerhaftung.

Der Automobilzulieferer Schaeffler ist mit einer Schadensersatzklage gegen Ex-Manager um den früheren Vorstandschef Jürgen Geißinger gescheitert, weil die Richter die Vorwürfe als verjährt ansahen. Es ging um Bestechung in der Türkei.

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