Szene-News 14.10.2016

Aus den Gremien

Terberger folgt Reitzle

Daniel Terberger, Vorstandssprecher der österreichischen Modefirma Katag, ist seit Anfang Oktober neues Mitglied im Beirat des Textilunternehmens s.Oliver. Er folgt auf Wolfgang Reitzle, der das Gremium verlassen hat. Reitzle ist unter anderem Aufsichtsratschef des Gaseherstellers Linde.

Zwei Neue für HSBC

Kim Fox und Hans-Jürgen Koch sind in den Verwaltungsrat der HSBC Private Bank in der Schweiz eingezogen. Dafür wurde das Gremium um zwei Plätze erweitert. Fox war zuletzt Global Head of Capital Management bei der Credit Suisse, Koch unter anderem Schweiz-Chef der Deutschen Bank.

Chaos beim VfB Stuttgart

Die Mitglieder des Bundesliga-Absteigers VfB Stuttgart haben dem Aufsichtsrat um die Top-Manager Martin Schäfer (Würth) und Wilfried Porth (Daimler) die Entlastung verweigert (54,6 % Nein-Stimmen). Vorerst hat dies allerdings keine personellen Konsequenzen.

Ex-Mammut zu Computec

Der langjährige CEO der Mammut Sports Group, Rolf Schmid, wird Mitglied des Verwaltungsrats von Competec. Das Schweizer Handelsunternehmen will von seinem Vertriebs-Knowhow und seinem Wissen über „strategischen Marken- und Marktaufbau“ profitieren.

Investoren-Szene

Deka will mehr mitmischen

Die Deka, Fondsgesellschaft der Sparkassen, will sich laut ihrem Co-Geschäftsführer Michael Schmidt „konstruktiv, kritisch und mit langfristiger Perspektive“ bei Unternehmen einmischen, an denen sie beteiligt ist. Dabei stehe immer auch die Corporate Governance im Fokus. Unter anderem soll die Zahl der Deka-Auftritte auf Hauptversammlungen steigen.

Blackrock vs. Banken

Europas Banken hätten „in einem großen Ausmaß versagt“, kritisiert Philipp Hildebrand, Vize-Verwaltungsratschef des Finanzinvestors Blackrock. Eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank sieht er skeptisch: „Wenn wir über Konsolidierungsbedarf sprechen, sollten wir das nicht im nationalen Rahmen tun.“ Er fordert eine „radikale Neuorientierung“.

Mitbestimmung in Boards?

Saker Nusseibeh, Chef des britischen Pensionsfonds Hermes Investment, hat die Pläne von Theresa May begrüßt, nach deutschem Vorbild Arbeitnehmer in die Boards zu schicken. Die Premierministerin habe verstanden, dass das Brexit-Votum zum Teil ein Protest gegen das derzeitige System sei. Man müsse die Menschen stärker integrieren und die Governance verbessern.

Unter Geiern

Investoren haben den fränkischen Mischkonzern Diehl ins Visier genommen. „Finanzinvestoren kreisen wie Geier über uns“, sagt Thomas Diehl, der in Personalunion als Vorstandschef und AR-Mitglied fungiert. „Es wäre ein Festmahl für sie, uns zu zerschlagen.“ Er will die Gruppe als Ganzes erhalten, statt weniger profitable Teile „wegzuhacken“.

Kurz notiert

Managerhaftung.

Der BGH hat die Freisprüche für sechs frühere Vorstände der HSH Nordbank – darunter Ex-CEO Dirk Jens Nonnenmacher – aufgehoben. Das LG Hamburg muss den Fall neu aufrollen.

Nobelpreis für Boni-Experten.

Der neue Träger des Wirtschaftsnobelpreises, Bengt Holmström, saß bis 2012 im Board des finnischen Nokia-Konzerns. Sein Forschungsschwerpunkt: Sinn und Unsinn leistungsabhängiger Boni.

Kritik am AR-Chef.

Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann sieht sich im Zusammenhang mit der geplanten Ausgliederung heftiger Kritik ausgesetzt. Die Piloten fühlen sich ausgetrickst, weil er sie spät über die Umbaupläne informierte.

Cybersicherheit.

Nach einem halben Jahr hat die Allianz laut FAZ erst 44 Cyberpolicen verkauft, mit denen Unternehmen Schäden durch Hackerangriffe absichern können. Der Markt „bilde sich erst“.

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