Szene-News 28.10.2016

Aus den Gremien

Drei weitere Titel für Ghosn

Nachdem der Autobauer Nissan mit 34 Prozent bei der Mitsubishi Motor Corporation (MMC) eingestiegen ist, übernimmt Carlos Ghosn auch dort den Spitzenposten. Während er bei Nissan „nur“ CEO und Chairman ist, darf er sich bei MMC zusätzlich auch noch „President“ nennen.

Neues von Greiffenberger

Marco Freiherr von Maltzan, seit Oktober 2015 Vorstandschef des kriselnden Maschinenbauers Greiffenberger (siehe GermanBoardNews vom 2. September), ist am 26. Oktober in den Aufsichtsrat zurückgekehrt. Seine Nachfolger im Vorstand sind Martin Döring und Thorsten Braun, die eine Doppelspitze bilden.

Abgang bei Triplan AG

Franz Kreuzer ist als Aufsichtsratschef des börsennotierten Ingenieur-Dienstleisters Triplan AG zurückgetreten. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Bad Soden am Dienstag per Ad-hoc-Mitteilungbekannt. Der Rücktritt wird am 25. November wirksam, ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Promi-Banker für Immo-Firma

Beat Schwab, Leiter Real Estate Investment Management bei der Crédit Suisse und der Ex-Firmenkundenchef der UBS Schweiz, Manuel Leuthold, sollen in den Verwaltungsrat des Immobilienunternehmens Varia einziehen. Die Firma mit Sitz in Zug plant im November den Börsengang.

Investoren-Szene

Hohe Kosten nach Spin-Offs

Da Spin-Offs und Abspaltungen wieder im Trend liegen (Eon, RWE, Metro), hat Ingo Speich von Union Investment vor „explodierenden Kosten“ gewarnt. Weder Vorstände noch Aufsichtsräte würden auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, nur weil das Unternehmen kleiner und übersichtlicher sei. Zudem drohten „doppelte IT- und Verwaltungseinheiten“. Aktionäre sollten darauf achten, „dass die Ausgabenseite […] in gleichem Maße verschlankt wird wie der Konzern“, meint Speich.

Blackrock vs. Investoren-Szene

Obwohl Blackrock zu den größten Aktionären gehört, hat der US-Fondsriese die Deutsche Bank im Streit um ein milliardenschweres Portfolio riskanter Hypothekenpapiere verklagt. Laut Presseberichten werfen Blackrock und weitere Investoren dem Geldhaus vor, gegen treuhänderische Pflichten verstoßen zu haben.

Stada-Streit lockt Aktivisten

Das – in Teilen – erfolgreiche Engagement des Investors AOC beim Pharmakonzern Stada (siehe GermanBoardNews vom 2. September) dürfte aktivistische Investoren aus aller Welt anlocken. Seitdem „werde international geworben, wie attraktiv Deutschland für Aktivisten“ sei, sagte Freshfields-Partner Christoph Seibt dem Manager Magazin. Unter Investoren sei das derzeit ein heißes Thema.

Britische Firmen im Visier

Auch Großbritannien wird bei Aktivisten beliebter – aber aus einem anderen Grund: Da das Pfund an Wert verloren hat, werden Aktien-Investments für ausländische Käufer günstiger. Laut Branchenmonitor „Aktivist Insight“ lagen die „aktivistischen“ Investitionen im September mit 3,4 Mrd. Pfund (4,2 Mrd. Dollar) auf einem Neun-Monats-Hoch.

Kurz notiert

Compliance / Lektüre.

Das neue Buch „Balanceakt Compliance“ von Kathrin Niewiarra und Dorette Segschneider ist auch für Aufsichtsräte eine gewinnbringende Lektüre. Eine Besprechung finden Sie hier.

Digitalisierung / Mittelstand.

Nur 23 Prozent der Manager im Mittelstand befürchten, dass ausländische Wettbewerber ihren Unternehmen im Zuge der Digitalisierung Marktanteile abnehmen. Dies und weitere interessante Zahlen entthält eine aktuelle WGMB-Studie.

Leadership / Duz-Kultur.

Deutsche Arbeitnehmer wollen nicht von ihren Chefs geduzt werden. Laut einer GfK-Umfrage für die Welt am Sonntag lehnen rund zwei Drittel die Duz-Kultur ab.

Führungskultur / Studie.

Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer hat laut einer Studie zuletzt einen Wandel der Führungskultur erlebt. In den meisten Fällen habe er aber nicht zu einer Verbesserung geführt – vor allem, weil die Chefs viel fordern, aber wenig fördern.

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