Politiker im Aufsichtsrat: Gefährliche Interessenkollisionen

Ein Verteidigungspolitiker im Aufsichtsrat einer Rüstungsfirma? Das hat mindestens ein „G’schmäckle“, und so überrascht es nicht, dass die Medien den CSU-Mann Florian Hahn ins Visier nehmen. Nach dem Einzug in den Bundestag 2009 sei der Oberbayer in den Aufsichtsrat des Technologiekonzerns IABG berufen worden, schreibt der „Spiegel“. Seitdem kämpfe er im Parlament für „Rüstungsprojekte des Unternehmens“. Aus isolierter Corporate-Governance-Sicht könnte man nun einwenden: So what? Selbst wenn der Vorwurf der Verquickung – den Hahn bestreitet – korrekt ist, handelt er im Interesse des Unternehmens, wie es die VARD-Berufsgrundsätze vorsehen. Doch das greift zu kurz: Als Abgeordneter ist er dem Land verpflichtet. Und die Berichterstattung zeigt eindrucksvoll: Schon der Verdacht einer Verquickung rückt nicht nur Ausichtsräte, sondern auch ihre Unternehmen in ein schlechtes Licht – und schadet ihnen somit.

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