Szene-News 11.11.2016

Aus den Gremien

Heister für Heister bei Aldi

Peter Max Heister, ein Enkel von Karl Albrecht, wird künftig das oberste Kontrollgremium von Aldi Süd leiten. Der 40-Jährige – seit 2007 einfaches Gremienmitglied – folgt auf seinen Vater Peter Heister, der mit Karl Albrechts Tochter Beate verheiratet ist und 2017 die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht, die der Aldi-Süd-Beirat festgelegt hat.

KTG-Posten vergeben

In seiner konstituierenden Sitzung hat der neue Aufsichtsrat des insolventen Biogasanlagen-Herstellers KTG Energie Anfang November Werner Uhde zum Vorsitzenden und Heinrich Franz Helbig zum Vize-Chef des Gremiums gekürt. Das Unternehmen gehört zur KTG-Agrar-Gruppe.

Mandt wird Bad-Banker

Ingo Mandt, Vorstandsmitglied der LBBW, zieht am 6. Januar in den Verwaltungsrat der HRE-Bad-Bank FMS Wertmanagement (FMSW) ein. Noch-Gremienmitglied Klemens Breuer, Vorstand der Wiener Raiffeisen Bank International, verabschiedet sich nach drei Jahren zum Ende seiner Vertragslaufzeit.

Politikerin soll Bank helfen

Ruth Metzler, frühere Schweizer Bundesrätin und als Landespolitikerin für Justiz und Polizei verantwortlich, soll Verwaltungsrätin bei der Genfer Bank Reyl werden. Metzler, die auch Juristin ist, widmet sich damit einem Geldhaus, dem derzeit wegen Steuervorwürfen ein fünfjähriges Geschäftsverbot in Frankreich droht.

 

Investoren-Szene

Gefährliche Billig-Produktion

Nachdem bei einer Explosion in einer Verpackungsfabrik in Bangladesch Dutzende Arbeiter ums Leben gekommen sind, haben 67 Investoren – darunter Aegon, Aviva und Henderson – die Auftraggeber ins Visier genommen. Britisch American Tobacco, Nestlé und 15 weitere Konzerne müssten dringend für mehr Sicherheit und bessere Arbeitsbedingungen sorgen, heißt es in einem „Investor Statement“. Gemeinsam verwalten die Unterzeichner 2,3 Billionen Dollar.

Kritik an Managergehältern

Laut aktueller „Corporate Governance Umfrage“ der eidgenössischen Aktionärsberatung SWIPRA meint die Mehrheit der Schweizer Investoren, dass die Managementvergütungen in den dortigen Unternehmen „in keinem vernünftigen Verhältnis zur ausgewiesenen Leistung“ stehen. Weitere Erkenntnis: Viele Investoren messen der Stimmrechtsausübung kaum Wert bei.

ISS prüft ‚Pay for Performance‘

Der einflussreiche Aktionärsberater ISS liefert seinen Kunden ab Februar – und damit rechtzeitig zur nächsten HV-Saison – deutlich mehr Kennzahlen zur Umsatz-, Gewinn- und Renditeentwicklung ihrer Unternehmen im Branchenvergleich. Diese führen die Berater zu „Pay-for-Perfomance-Tests“ zusammen, damit Aktionäre besser beurteilen können, ob leistungsbezogene Manager-Vergütungen angemessen sind.

Lob für Kodex-Kommission

Der britische Aktionärsberater Hermes EOS hat im „Engagement-Report“ fürs dritte Quartal gelobt, dass die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex eine Empfehlung zur Kommunikation zwischen Aufsichtsratschefs und Investoren in den Kodex aufnehmen will (siehe auch GermanBoardNews vom 4. November). Das sei ein „riesiger Erfolg“ für die Initiative. Hermes-Manager Hans-Christoph Hirt hatte sie maßgeblich vorangetrieben.

 

Kurz notiert

Vergütung / Mittelstand.

Ein typischer GmbH-Geschäftsführer verdient laut einer aktuellen Studie 148.000 Euro pro Jahr – inklusive Tantieme. Diese liegt im Schnitt bei 16 Prozent des Fixgehalts.

Managerhaftung / VW.

Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Marktmanipulation auf Hans Dieter Pötsch ausgeweitet hat, haben die VW-Eigentümer dem Ex-Finanz- und heutigen AR-Chef den Rücken gestärkt.

Manager-Ranking / Österreich.

Der DCGI-Kooperationspartner FASresearch hat für das „Industrie Magazin“ ein Ranking der 1000 mächtigsten Industriemanager Österreichs erstellt.

Diversity / Großbritannien.

Bis 2021 soll in jedem FTSE-100-Board mindestens ein „non-white Director“ sitzen. Das empfiehlt ein von der britischen Regierung eingesetztes Expertengremium, dessen Vorschläge nun diskutiert werden.

 

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