Kodex-Reform: Warum bringen sich die Unternehmen nicht ein?

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat die Stellungnahmen zu den aktuellen Reformvorschlägen veröffentlicht. Neben VARD haben vor allem Verbände, Juristen und Investoren die Chance genutzt, das Regelwerk – und damit die Corporate Governance in Deutschland – durch konstruktive Kritik voranzubringen (darunter DIRK, DSW und ICGN). Allerdings halten sich ausgerechnet jene zurück, die es direkt betrifft: Überraschend viele Unternehmen haben sich nicht geäußert (oder womöglich eine Veröffentlichung ihrer Stellungnahme abgelehnt). Wie wir hören, fürchteten einige öffentliche Kritik – keineswegs zu Unrecht, wie das Beispiel Deutsche Bank zeigt: „Ausgerechnet die Deutsche Bank, die bekanntermaßen nicht nur mit der Legitimität, sondern schon mit der Legalität ihrer Geschäfte gewaltige Probleme hatte, erachtet nun die Aufnahme ethischer Begriffe in die Präambel des Kodex als ‚problematisch‘“, kommentiert die Börsen-Zeitung. Wir möchten in diesem Zusammenhang empfehlen, Unternehmen, die sich am Diskurs beteiligen, nicht pauschal als Governance-Verweigerer zu brandmarken. Zumal es gute Argumente gegen die Formulierungen wie „ehrbarer Kaufmann“  gibt. Denn sie klingen zwar gut, sind aber eben nicht definiert – und eröffnen somit Spielraum für Aktionärsklagen. Darüber sollten wir ohne Beißreflexe diskutieren.

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