Unabhängigkeit: Warum Aufsichtsräte Aktien meiden sollten

In der vergangenen Woche geriet Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle wegen umstrittener Aktiendeals in die Schlagzeilen. Wir möchten an dieser Stelle vor Skandalisierung und Vorverurteilung warnen, aber die Frage aufwerfen: Ist es sinnvoll, wenn Aufsichtsräte Aktien des Unternehmens halten? Sicher: Oft ist das immanent, vor allem bei börsennotierten Familienunternehmen. Aber klar ist auch, dass Interessenkonflikte entstehen können. Zum Beispiel, weil Aufsichtsräte mehr auf den Aktienkurs achten als auf die langfristige Perspektive des Unternehmens. Oder weil der Verkauf ihrer Aktien infolge der Insider-Veröffentlichungspflichten als negatives Signal gewertet wird. Wir meinen: Wenn es sich vermeiden lässt, sollten Kontrolleure Aktien des Unternehmens meiden, weil es sie unabhängiger und objektiver macht – ganz im Sinne der VARD-Berufsgrundsätze. Diese Erkenntnis war übrigens eines der Motive von Großaktionär Franz M. Haniel, 2016 freiwillig als Metro-Aufsichtsratschef abzutreten – zugunsten eines „unabhängigen, externen Kandidaten“.

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