Die Deutsche Bahn galt uns bislang nicht als eine Ideenschmiede für interessante Corporate-Governance- und Vergütungskonzepte. Jetzt hat uns Personalvorstand Ulrich Weber jedoch positiv überrascht: Im Interview kündigte er an, die Boni für 4500 Führungskräfte umfassend zu reformieren. Sie orientierten sich künftig nicht mehr am „Erreichen individueller Ziele“ oder dem Erfolg einzelner Sparten. „Ab jetzt zählt nur noch der Erfolg des Gesamtsystems Eisenbahn in Deutschland“, sagte Weber. Das „Silodenken“ werde damit aufgebrochen. Wir haben im vergangenen Jahr schon vergleichbare Ansätze bei Bosch und SAP gelobt und bleiben dabei: Wer den Teamgeist im Unternehmen fördern will, darf mit dem Bonus-System keinen Egoismus fördern. Oder wie es die Kollegen von der Boulevard-Presse vermutlich formulieren würden: „Wir sind Bahn“ ist besser als „Ich bin der Größte“. Allerdings steht noch nicht fest, ob das neue Boni-System auch für den Vorstand gilt: Das entscheide der Aufsichtsrat, sagte Weber.