Globale Konzerne haben einen Gang zurückgeschaltet, wenn es darum geht, Steuern zu sparen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Kanzlei Allen Overy unter 350 Vorständen und Steuerabteilungsleitern in Europa, den USA und Australien, über die das „Handelsblatt“ am Dienstag exklusiv berichtet hat. Die Unternehmen reduzierten „lieber Steuerrisiken als nur die Steuerlast“, konstatierten die Allen-Overy-Experten. Steuerthemen würden bei 40 Prozent der Konzerne mindestens einmal pro Monat auf Vorstandsebene diskutiert (2012 lag die Quote gerade mal bei fünf Prozent). Wir halten das aus mehreren Gründen für richtig. Zum Einen haben Betriebsprüfer die Gangart schon vor Inkrafttreten der neuen BEPS-Steuerregeln verschärft und erheben schneller als früher strafrechtliche Vorwürfe. Zudem ist mancher Konzern auf der Suche nach Lücken in Gesetzen und Steuerabkommen tatsächlich weit übers Ziel hinausgeschossen und hat sich unfaire Wettbewerbsvorteile gegenüber mittelständischen Konkurrenten gesichert – oft angetrieben von Beratern, die ausschließlich kurzfristige finanzielle Effekte im Blick hatten und Aspekte wie die Reputation des Unternehmens ausblendeten. Seien sie deshalb wachsam, wenn sich solche Berater noch in ihrem Unternehmen tummeln.