Fußball: Die Bundesliga braucht keine Investoren, sondern gute Aufsichtsräte

Wir haben die geplante Rückkehr von Uli Hoeneß an die Spitze des Bayern-Aufsichtsrats (siehe GermanBoardNews vom 27. Januar) zum Anlass genommen, über das Thema Governance in der Fußball-Bundesliga zu diskutieren. Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die „50+1-Regel“, die dafür sorgt, dass die Vereine Mehrheitseigentümer ihrer Profi-Abteilungen bleiben – und Scheichs, Oligarchen und andere Investoren nur begrenzten Einfluss bekommen (auch wenn es Ausnahmen gibt, etwa für Werksclubs wie den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen). Allerdings wird immer wieder Kritik an dieser Regel laut; manchem gilt sie „als Relikt aus grauer Vorzeit“ und als Hemmnis für die Professionalisierung einer Branche, die längst Milliarden umsetzt. Doch Vorsicht: Regulierungsskepsis sollte nicht zu falschen Rückschlüssen verleiten. Der Blick auf Länder wie England und Frankreich zeigt: Investoren bringen zwar Geld, aber nicht automatisch mehr Professionalität (oft sogar das Gegenteil). Entscheidend sind aus unserer Sicht gute Management- und Überwachungsstrukturen – mit unabhängigen, kompetenten Aufsichtsräten an der Spitze. Wer die Posten dagegen vorrangig an Ex-Spieler, verdiente Vereinsfunktionäre oder Sponsoren verteilt, wird auch mit den großzügigsten Investoren auf lange Sicht wenig erreichen.

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