Deutsche Bahn: Verhindert die Bundesregierung gutes Management?

Kaum haben wir die Deutsche Bahn für ihr neues Vergütungssystem gelobt, geht’s drunter und drüber: Vorstandschef Rüdiger Grube tritt wegen Differenzen mit dem Aufsichtsrat zurück; zudem sind Insiderinformationen aus dem Gremium an die Öffentlichkeit gedrungen, die ein schlechtes Licht auf die Governance-Kultur des Staatskonzerns werfen: Wie das Manager Magazin in der aktuellen Ausgabe berichtet, hat der AR-Personalausschuss drei Kandidaten für einen vakanten Vorstandsposten jüngst „regelrecht gekillt“. Stutzig macht uns in diesem Zusammenhang vor allem die Argumentation: Der Vertreter der Bundesregierung habe sich über das fehlende „politische Profil“ der Kandidaten beschwert, heißt es in dem Bericht. Dabei sei ausdrücklich ein versierter Praktiker für den Vorstand gesucht worden. Wenn das stimmt, deckt sich das mit manchem, was wir in den vergangenen Jahren aus dem Bahn-Aufsichtsrat gehört haben – und mit umstrittenen Personalentscheidungen wie der Berufung von Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla in den Vorstand. Mehr Management-Kompetenz und Konzern-Erfahrung würden jedenfalls weder dem Aufsichtsrat noch dem Vorstand schaden.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.