Digitalisierung: Warum wir gerade jetzt die Aktienkultur stärken müssen

In der aktuellen ZEIT warnen der Informatiker Manfred Broy und der Philosoph Richard David Precht vor einem „sozialen Desaster“ im 21. Jahrhundert. Die Digitalisierung, schreiben sie, „verstärkt Armut und Reichtum gleichermaßen“. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass Mitarbeiterbeteiligungen ein probates Mittel sein können, um mehr Menschen an „Digitalisierungsdividenden“ teilhaben zu lassen (GermanBoardNews vom 20. Januar; auch die „Süddeutsche Zeitung“ hat das Thema nun aufgegriffen und einen klugen Vorschlag gemacht). Mindestens genauso wichtig wie Mitarbeiterbeteiligungen wäre, dass Privatanleger einen größeren Teil ihrer Ersparnisse in Aktien investieren. Voraussetzung dafür ist aber Vertrauen – und zwar nicht nur in die Anlageklasse, sondern vor allem in börsennotierte Unternehmen. Wir möchten deshalb an unseren Vorschlag aus dem vergangenen Jahr erinnern (GermanBoardNews vom 9. Dezember): Nach dem Vorbild anderer internationaler Handelsplätze sollte die Deutsche Börse hohe Corporate-Governance-Standards zur Bedingung für ein Listing zu machen – insbesondere beim neuen Mittelstandssegment, das im März an den Start geht und unter besonderer Beobachtung von Aktionärsschützern steht. Wir meinen: Gute Governance schafft mehr Vertrauen als stabile Finanzkennzahlen und unabhängige Analysten-Berichte. Denn während sich diese überwiegend auf die Vergangenheit beziehen, sind hohe Governance-Standards – allen voran unabhängige und kompetente Aufsichtsräte – ein Versprechen für die Zukunft.

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