Governance-Ranking: Fondsmanager setzen auf kompetente Aufsichtsräte

Fondsgesellschaften orientieren sich bei der Auswahl von Aktien immer stärker an Corporate-Governance-Kriterien. So haben die Branchenriesen BlackRock, Vanguard und State Street ihre Teams kräftig aufgestockt. Allein BlackRock beschäftigt demnach inzwischen 31 Governance-Spezialisten. Auch institutionelle Investoren in der Schweiz und in Deutschland messen der Thematik immer größere Bedeutung zu. Das zeigt ein „Corporate-Governance-Ranking“ der Dax-Unternehmen, das Union Investment mit der Aktionärsberatung Ivox Glass Lewis erstellt hat. Die höchsten Standards haben demnach die Allianz, die Deutsche Börse und die Commerzbank; Schlusslichter sind Fresenius, SAP und – wenig überraschend – Volkswagen. Corporate Governance sei ein wichtiger Frühindikator und werde „weiter an Bedeutung gewinnen“, sagte Union-Investment-Vorstand Jens Wilhelm der „Börsen-Zeitung“. Das wichtigste Kriterium für ihn und seine Kollegen ist übrigens die Besetzung des Aufsichtsrats: Es gehe, so Wilhelm, um „Qualifikation und Diversity“ sowie um einen transparenten Nominierungsprozess. Nur wenige Unternehmen würden bislang „Kompetenzprofile ihrer Aufsichtsräte veröffentlichen“, rügte Fondsmanager Ingo Speich (einer der Redner auf dem 11. Deutschen Aufsichtsratstag Ende Juni). „Diese Forderung werden wir in der diesjährigen Hauptversammlungssaison adressieren.“ Kompetenz und Erfahrung mit Themen wie Cybersecurity und Digitalisierung, so Speich, seien in den Kontrollgremien „dringend nötig“. Wir stimmen zu – und ergänzen, dass in diesem Zusammenhang nicht nur der Nominierungsprozess, sondern auch die Weiterbildung von Aufsichtsräten eine zentrale Rolle spielt.

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