Sparkassen: Wie Bürgermeister ihre Verwaltungsratsmandate verteidigen

Stellen Sie sich vor: Statt lokalen Politikern und Honoratioren ziehen kompetente und unabhängige Verwaltungsräte in die Spitzengremien der Sparkassen ein. Ein unrealistisches Szenario? Nicht unbedingt: Genau das fordert die europäische Banken-Aufsichtsbehörde EBA. Aber die kommunalen Spitzenverbände wehren sich erbittert. Die geplanten Vorgaben seien „mit dem öffentlichen Bankenwesen in Deutschland nicht vereinbar“, heißt es in einem Brief an das Finanzministerium, der der FAZ vorliegt. Rückenwind kommt zufolge aus dem Bundestag. So hält es ein CSU-Politiker für „erstaunlich“, Landräten und Bürgermeistern die Qualifikation für ein Verwaltungsratsmandat abzusprechen. Wir widersprechen aus tiefstem Herzen: Niemand ist qua Amt für den Job geeignet; es reicht schlicht nicht, wie die Kommunalverbände meinen, dass Bürgermeister und Landräte Kenntnisse aus ihren Berufen, Wissen über örtliche Strukturen sowie Lebenserfahrung und gesunden Menschenverstand mitbringen: Darüber hinaus ist fundiertes betriebswirtschaftliches Knowhow unabdingbar. Und darüber verfügt nun mal nicht jeder Politiker. Wir empfehlen deshalb allen Sparkassen-Verwaltungsräten, die ihre Aufgabe ernst nehmen, unseren BWL-Selbsttest. Schließlich weiß der Volksmund schon lange: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

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