Overboarding: Ein wichtiges Signal vom künftigen Siemens-Aufsichtsratschef

Mit je zwei Aufsichtsratsmandaten (Siemens, SAP) und Board-Sitzen (Bang & Olufsen, Maersk) ist der ehemalige SAP-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe gut beschäftigt – aber im Vergleich zu manch anderem Multi-Aufsichtsrat noch eher zurückhaltend. Trotzdem hat der 51-Jährige entschieden, sein SAP-Mandat niederzulegen, wenn er bei Siemens als Nachfolger von Gerhard Cromme an die Spitze des Aufsichtsrats rückt. Aus Investoren-Sicht wäre das nicht unbedingt notwendig gewesen: Einflussreiche Aktionärsberater wie ISS und Glass Lewis akzeptieren bis zu fünf Mandate. Allerdings ist die Position des AR-Chefs eben kein typisches Mandat – zumal viele Chefaufseher aktiver mitmischen und beispielsweise intensiver mit Investoren kommunizieren, was Vorstandsvergütungen und Nachfolgeplanung angeht. Gerade vor dem Hintergrund, dass Snabe auch Chairman des Maersk-Boards werden soll, ist der Rückzug bei SAP deshalb richtig. Zudem vermeidet er dadurch Interessenkonflikte, weil Siemens und SAP als Dienstleister für Vernetzung und Automatisierung bisweilen knallharte Konkurrenten sind. Wir sagen deshalb: Chapeau, Herr Snabe.

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