Einige der weltgrößten Investoren wollen aggressiver als bisher gegen ungerechtfertigt hohe Boni vorgehen. Firmenchefs droht eine Welle von Protesten. Einen Vorgeschmack darauf hatten sie 2016 schon.

Einige der mächtigsten Anleger weltweit wollen in diesem Jahr noch aggressiver gegen ungerechtfertigt hohe Manager-Boni vorgehen. Das berichtet die britische „Financial Times“. Zu den Anlegern mit denen die Zeitung gesprochen hat, gehören Vermögensverwalter, die teilweise Hundert von Milliarden Euro investiert haben.

Zu den Anlegern, die genug von den Gehaltsexzessen haben, gehören beispielsweise die Vermögensverwalter Fidelity, Aberdeen, Standard Life und Henderson oder auch der Pensionsfonds für die Beamten von Kalifornien. Sie wollten laut dem Bericht in den kommenden Monaten größeren Druck auf die Aufsichtsräte der Unternehmen ausüben, um exzessiv hohe Managerentlohnungen zu verhindern und größere Transparenz bei der Managerbezahlung zu erzwingen.

Diese Ankündigung dürfte die bestehenden Reibungen zwischen den Unternehmensspitzen und den mächtigen Großanlegern weiter verschärfen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der latente Streit um die angemessene Bezahlung von Managern zugespitzt, nachdem professionelle Anleger verstärkt gegen Managerentlohnungen protestiert hatten, die sie für überholt hielten.

Anleger revoltieren

Die Zeitung zitiert Statistiken der Beratungsfirma Manifest, wonach der Widerstand gegen Gehaltssexzesse im vergangenen Jahr so ausgeprägt war, wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Insgesamt hätten sich bei 62 Konzernen aus dem amerikanischen Börsenindex S&P 500 und bei 18 Unternehmen aus dem britischen Börsenindex FTSE zwischen einem Zehntel und einem Fünftel der Anleger geweigert, alle Vorschläge zur Managervergütung mitzutragen.

Bei sieben der größten börsennotierten US-Unternehmen und drei britischen Großkonzernen seien sogar regelrechte Anlegerrevolten ausgebrochen, bei denen sich mehr als die Hälfte der Anteilseigner geweigert hatten, die Vergütungspläne des Managements auf der Hauptversammlung abzusegnen. Zu den betroffenen Firmen gehörten der Öl-Konzern BP, der Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser(„Sagrotan“, „Finish“ ) und die Software-Firma Oracle.

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