Ein Limit von zehn Millionen Euro bei der Vorstandsvergütung, wie es bei VW im Raum steht und kommende Woche im Aufsichtsrat diskutiert werden soll, ist sicherlich nicht übermäßig ambitioniert. Aber wir könnten damit leben – unter der Bedingung, dass das Maximum nur bei einem außerordentlichen, nachhaltigen Unternehmenserfolg erreichbar ist. Von entscheidender Bedeutung sind somit die Boni-Kriterien, die derzeit viele Unternehmen überarbeiten (darunter neben VW auch Audi und die Deutsche Bank) – auch als Reaktion auf Kritik von Investoren und Politikern. Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn die Politik konkrete Wünsche äußert, zum Beispiel Kriterien wie den Krankenstand und die Investitionsquote (das hat SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal im Handelsblatt vorgeschlagen). Wir meinen: Boni sollten einfach und transparent sein – und sich möglichst ohne Umwege am Erfolg des Unternehmens orientieren. Denn wer versucht, auch darüber hinaus vermeintlich Gutes zu fördern und Böses zu sanktionieren, bekommt dasselbe Problem wie im Steuerrecht: Das Regelwerk wird immer komplexer – und schafft Spielräume für Optimierer, sich Vorteile zu verschaffen, die nicht im Sinne des Erfinders waren.