Leadership & Strategie: Wie politisch sollten Manager und Unternehmer sein?

Angesichts der Entwicklungen in den USA stellt sich diese Frage neu. Und die Antwort bleibt schwierig. Schließlich können politische Statements schlimmstenfalls Staatsaufträge kosten oder Kundenboykotte auslösen. Anderseits ist es wenig glaubwürdig, wenn Vorstände wohlklingende Leitbilder, Corporate-Social-Responsibility- und Nachhaltigkeitsberichte produzieren lassen – und im Ernstfall eisern schweigen. Wir meinen: Unternehmern und Manager sollten für die im Rahmen der Strategie ausformulierten Werte auch öffentlich einstehen. Dass das geht, ohne vermintes parteipolitisches Terrain zu betreten, zeigen aktuelle Beispiele. So hat Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser in einem Gastbeitrag für Immigration, Integration und soziale Marktwirtschaft geworben. Und United-Internet-Chef Ralph Dommermuth gründete die Wirtschaftsinitiative „Wir zusammen“, die die Integration von Flüchtlingen unterstützt und inzwischen 170 Unternehmen vereint. Der 53-Jährige sagte dazu im Handelsblatt-Interview, „dass wir als Wirtschaft die Politik nicht alleine lassen dürfen“. Unternehmer und Manager müssten angesichts der aktuellen Entwicklungen „wesentlich aktiver für das einstehen“, woran sie glauben. Ähnlich argumentiert Ford-Deutschland-Aufsichtsrat Bernhard Mattes: Unternehmer müssten ihre Meinung zum Freihandel und zur transatlantischen Partnerschaft „offensiv“ einbringen, meint er. Sicher ist: Offene Gesellschaften mit Freihandel und Freizügigkeit (Fachkräfte-Mangel!) sind im ureigenen unternehmerischen Interesse. Wer seine Möglichkeiten als Multiplikator weiter ungenutzt lässt, könnte das irgendwann bedauern.

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