Nachfolgeplanung: Wenn ambitionierte Manager Aufsichtsräte hofieren

Die Serie von Skandalen beim Oldenburger Energieversorger EWE hat den Aufsichtsrat erreicht. Wie das Handelsblatt berichtet, soll ein Manager einen Aufsichtsrat regelrecht hofiert haben: Timo Poppe, (bisheriger) Generalbevollmächtigter für den Bereich Infrastruktur und aktueller Vorstands-Kandidat, hat laut Bericht den Vize-Landrat Heiner Schönecke (CDU) bei dessen Biogas-Anlage unterstützt. So habe er Mitarbeiter eine „Sammlung von Vorschlägen zur Anlagenoptimierung“ erstellen lassen. Da es damit indirekt um finanzielle Vorteile für EWE-Kontrolleur Schönecke ging, halten Compliance-Experten den Vorgang für heikel. Aber auch abseits rechtlicher Erwägungen hat der Fall zumindest ein „G’schmäckle“. Schließlich liegt der Verdacht nahe, dass Aufsichtsräte nicht mehr unabhängig über die Eignung zum Vorstand befinden können, wenn Manager ihnen einen Gefallen getan haben. Das stellt die gesamte Nachfolgeplanung infrage. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Lassen Sie sich nicht hofieren – und fordern Sie erst recht keine Gefälligkeiten ein (selbst, wenn es sich um vermeintliche Kleinigkeiten handelt).

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