Der „Schulz-Effekt“ gibt den Gewerkschaften Rückenwind. Ein Gesprächspartner warf deshalb jüngst die Frage auf, warum Vertreter von DGB & Co. dennoch eher selten in Talkshows sitzen. Werden sie von den Medien ignoriert? Wir haben eine andere potenzielle Erklärung: Es gibt vergleichsweise wenige, die Diskussionen bereichern. Typische Funktionäre bewegen sich zwar sicher auf bekanntem Terrain, aber die Bereitschaft, neue Ideen zu diskutieren, hält sich in Grenzen. Diesen Eindruck haben wir jedenfalls bei der Debatte über Fortbildungen für Aufsichtsräte gewonnen. Das Ansinnen, in diesem Bereich aktiver zu werden, wird bisweilen reflexartig abgeblockt als Versuch, Arbeiter aus den Gremien zu drängen – obwohl es allein darum geht, das Kompetenzprofil der Gremien zum Wohle der Unternehmen zu stärken. Wir sind sicher: Mehr Fortbildungsbereitschaft würde die Akzeptanz der Mitbestimmung weiter erhöhen (zumal Qualifikation auf der Kapital-Seite bereits eine größere Rolle spielt). Immerhin gibt es positive Anzeichen, dass der Gesprächsfaden nicht abreißt – Hoffnung machen uns in diesem Zusammenhang die pragmatischen Vertreter ihrer Zunft, die mit Ratio statt Reflexen argumentieren.