Porsche SE: Ferdinand Piech soll vor der Entmachtung stehen

Bei Porsche und VW war Ferdinand Piech lange Zeit eine der mächtigsten Figuren. Nun stehe der „Boss der Bosse“ kurz davor, sein letztes Mandat als Aufsichtsrat zu verlieren, heißt es. Im Familienclan hat er sich unbeliebt gemacht.

Die Familien Porsche und Piëch wollen nach Informationen der Zeitung „Bild am Sonntag“ den ehemaligen VW-Vorstands- und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sein letztes Aufsichtsratsmandat bei der Porsche SE entziehen. Die Clans hätten geeinigt, Piech im Zuge einer Umstrukturierung des Gremiums zu entmachten, schreibt das Blatt.

Die Porsche SE gilt als eigentliches Machtzentrum, weil dort die milliardenschwere VW-Beteiligung liegt. Im zwölfköpfigen Aufsichtsrat sitzen alle wichtigen Familienvertreter, an der Spitze Wolfgang Porsche, Ferdinands Cousin. Die sechs Arbeitnehmervertreter hätten allerdings kürzlich angekündigt, sich aus dem Gremium zurückzuziehen. Deshalb stehe bei der Hauptversammlung am 30. Mai in Stuttgart die komplette Neuwahl des Aufsichtsrats an.

„Einmalige Chance“

Die Familien bestimmen ihre sechs Vertreter, gesetzt sind laut dem Bericht Wolfgang Porsche und Ferdinands Bruder Hans Michel Piëch. Laut Familienbeschluss solle Ferdinand Piëch keine Rolle mehr spielen. „Durch die Neuwahl gibt es die einmalige Chance“, sagte eine mit der Sache vertraute Person, „Ferdinand Piëch aus dem Gremium zu werfen.“ Offiziell erklärte ein Porsche-Sprecher der Zeitung: „Die endgültige Entscheidung fällt im Laufe der nächsten Wochen im Aufsichtsrat.“

Im Februar war berichtet worden, dass Piëch den ehemaligen VW-Aufsichtsratschef Martin Winterkorn sowie mehrere Aufsichtsräte des Konzerns im VW-Abgasskandal schwer belastet hatte.

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