Börsengänge: Vorsicht vor Autokraten und ihrer Governance-Kultur

Haben Sie den Börsengang des US-Messaging-Dienstes Snapchat verfolgt? Erst schoss der Aktienkurs nach oben, danach ging‘s kräftig abwärts. Und jetzt kommt Kritik hinzu: Die Pensionsfonds-Allianz „Council of Investors“ kritisiert, dass Aktionäre keine Stimmrechte erhalten und fordert, Snapchat nicht in Börsenindizes aufzunehmen. Auch wir sehen Stimmrechts-Privilegien – zumal in der Snapchat-Variante – kritisch. Sicher: Sie können Unternehmen vom Kapitalmarkt-Druck abschirmen und längerfristiges Denken erleichtern. Gefährlich wird’s jedoch, wenn sie mit autokratischen Tendenzen und Beratungsresistenz des Managements – und damit schlechter Governance-Kultur – eingehen. Darauf deutet auch die Rechtfertigung von Snapchat hin: Ein „erheblicher Teil des Erfolgs“ sei auf die „visionäre Kreativität und die Managementfähigkeiten der Gründer zurückzuführen“, heißt es. Bei allem Respekt: Für Unternehmen, die die nächste Wachstumsstufe zünden wollen, ist eine derart rückwärtsgewandte Haltung brandgefährlich.

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