Mitbestimmung: Die gefährliche Abhängigkeit der Funktionäre

Die Debatte um den Chef der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat ein Schlaglicht auf Funktionäre in den Aufsichtsräten geworfen. Anders als Wendt sind sie meist verpflichtet, den größten Teil ihrer Vergütung an die Gewerkschaft oder die Hans-Böckler-Stiftung weiterzuleiten (Beispiel Verdi). Was bei Arbeitnehmern für Genugtuung sorgt und Neiddebatten vorbeugt, ist aus Corporate-Governance-Perspektive hochgradig bedenklich – und zwar nicht nur, weil es die Bereitschaft dämpfen kann, sich die erforderliche Zeit fürs Mandat zu nehmen. Zudem erhöht die Regelung die Abhängigkeit der Funktionäre von Verdi, IG Metall & Co. und verschärft somit einen Interessenkonflikt. Denn in ihrer Funktion als Aufsichtsrat sind sie allein dem Wohl des Unternehmens verpflichtet (siehe dazu die VARD-Berufsgrundsätze) – und nicht einzelnen Stakeholdern wie Arbeitnehmern und Gewerkschaften. In der Praxis sieht das leider anders oft aus. Mehr Unabhängigkeit von den Gewerkschaften wäre deshalb wichtig. Und dazu gehört eine persönliche, angemessene Vergütung.

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