Frank Appels Luxusgehalt macht Aufseher nervös

Das Millionengehalt von Post-Chef Frank Appel schreckt den Aufsichtsrat auf. Als Reaktion soll ein neues Vergütungssystem mit Obergrenzen ausgearbeitet werden. Doch neuer Ärger steht schon bevor.

Die Diskussion um die Begrenzung von Vorstandsgehältern ist nun auch bei der Deutschen Post angekommen. Nach Informationen der „Welt“ aus dem Unternehmen arbeitet der Aufsichtsrat des Bonner Konzerns an einem neuen Vergütungssystem, das noch in diesem Jahr beschlossen werden soll. Ziel soll es sein, die Gehälter in der Spitze zu begrenzen und Summen von mehr als sechs Millionen Euro in Zukunft zu verhindern.

Postchef Frank Appel ist im vergangenen Jahr nur knapp unter der Zehn-Millionen-Grenze geblieben: Laut dem aktuellen Geschäftsbericht hat Appel 9,9 Millionen Euro als Summe auf sein Konto überwiesen bekommen. Größter Bestandteil war mit rund sechs Millionen Euro die mehrjährige variable Vergütung.

In der Liste der Topverdiener der Unternehmen, die im Börsenindex Dax gelistet sind, rangiert Appel damit auf Platz vier. Im Vorjahr lag der Manager auf Rang drei. Herausgegeben wird die Liste von der Beratungsfirma HKP Group.

Appel selbst hält von der aktuellen politischen Debatte über die Begrenzung der Managergehälter wenig. „Meine Bezahlung spiegelt den Erfolg des Unternehmens wider“, sagte der Manager zuletzt bei der Bilanzvorlage in Bonn. Die Festlegung der Vorstandsbezüge sei allein Sache des Aufsichtsrates und der Hauptversammlung.

Treibende Kraft hinter der Neugestaltung der Managerbezüge ist der Bund als größter Aktionär der Post. Nach wie vor gehören dem Staat rund 21 Prozent der Aktienanteile des Brief- und Paketkonzerns.

Nach den neuen Vorstellungen der Aufsichtsratsmitglieder sollen sich die Vorstandbezüge aus drei Teilen zusammensetzen: einem Festgehalt, mittelfristigen Erfolgskriterien und langfristigen Erfolgskomponenten. Für jeden Bestandteil sind Untergrenzen von einer Million Euro und Obergrenzen von zwei Millionen Euro angedacht. Rein rechnerisch wäre damit ein Vorstandsgehalt von höchstens sechs Millionen Euro möglich. Geltende Verträge sollen von den Veränderungen nicht betroffen sein.

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