Cooling-Off: Zu „heiß“, um in zwei Jahren abzukühlen?

Wenn Vorstandschefs direkt in den Aufsichtsrat wechseln, überwachen sie ihre eigenen Ex-Kollegen und die Umsetzung der eigenen Strategie. Unabhängigkeit sieht anders aus. Die zweijährige Cooling-Off-Phase ist deshalb prinzipiell eine gute Idee – reicht aber bei vielen Chefs nicht, um ausreichend abzukühlen. Anders formuliert: Wer ein Unternehmen über lange Jahre geprägt hat, wird auch in 24 Monaten schwerlich die erforderliche Distanz für eine unabhängige Überwachung entwickeln. Wir bleiben deshalb skeptisch, wenn prägende Manager wie Wolfgang Reitzle bei Linde oder aktuell Michael Diekmann (Allianz) und Klaus Probst (Leoni) pünktlich zum Ablauf der Mindestfrist als Aufsichtsratschef zurückkehren. Gerade bei der Allianz entsteht eine konfliktträchtige Konstellation, weil Vorstandschef Oliver Bäte den konservativen Konzern durchgerüttelt hat. Wir sind deshalb gespannt, ob das neue Tandem Bäte/Diekmann die Spur hält – oder aus dem Tritt kommt.

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