In Großbritannien mehren sich die Anzeichen, dass die Regierung eine Form von Arbeitnehmer-Mitbestimmung einführen wird. Nachdem sich Premierministerin Theresa May bereits im vergangenen Jahr offen für Reformen gezeigt hatte, hat in dieser Woche ein Parlamentsausschuss nachgelegt. In einem aktuellen Corporate-Governance-Report schlägt das „Business, Energy and Industrial Strategy Committee“ vor, künftig Vertreter der Arbeitnehmer in die Vergütungsausschüsse britischer Boards zu schicken. Zu den weiteren Reformen, die das Komitee zur Senkung der Managergehälter propagiert, gehört eine Stärkung der Aktionärsrechte. Demnach sollen Vorsitzende von Vergütungsausschüssen künftig zwingend zurücktreten, wenn mindestens 75 Prozent der Aktionäre auf der Hauptversammlung gegen den Vergütungsplan stimmen („Say on Pay“). Seit dem Bürgervotum für den Brexit wird in Großbritannien intensiv darüber diskutiert, durch welche Reformen Marktwirtschaft und Unternehmen mehr Akzeptanz gewinnen können.