Mitbestimmung: Warum Linde-Chef Reitzle gar nicht anders kann

Beim Gase-Hersteller Linde wächst die Wahrscheinlichkeit, dass der Aufsichtsrat der Fusion mit dem Wettbewerber Praxair nur wegen des Doppelstimmrechts von Gremienchef Wolfgang Reitzle durchwinkt. Eine Sondersitzung des zwölfköpfigen Aufsichtsrats Ende letzter Woche brachte Medienberichten zufolge keine Annäherung zwischen Kapital- und Arbeitnehmervertretern, von einer „unterkühlten Atmosphäre“ ist die Rede. Aber wäre es tatsächlich ein Drama, wenn Reitzle sein doppeltes Stimmrecht einsetzt (die Bereitschaft dazu hat er bereits erklärt)? Wir meinen: Wenn er davon überzeugt ist, dass die Fusion für das Unternehmen sinnvoll und wichtig ist, kann Reitzle gar nicht anders. Denn nur zur Erinnerung: Aufsichtsräte sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet (siehe dazu die VARD-Berufsgrundsätze) – und nicht einzelnen Stakeholdern. Das gilt übrigens auch für die Arbeitnehmer-Vertreter im Gremium.

DCGIBoardNews

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