Warum Ruedi Noser ein VR-Mandat bei der CS hat

FDP-Ständerat Ruedi Noser wird Verwaltungsrat bei der CS-Vermögensverwaltungstochter. Im Interview erklärt er warum.

Herr Noser, Sie werden Verwaltungsrat bei der CS-Vermögens­verwaltungstochter. Wieso tun Sie sich das an?
Ruedi Noser:* Der Finanzplatz steht in puncto Innovationen vor grossen Herausforderungen. ­Fintech wird die Bankenlandschaft umkrempeln. Ich will hier Verantwortung übernehmen.

Wie das?
Als IT-Unternehmer kann ich viel Erfahrung einbringen. Es ist wichtig, dass unser Finanzplatz die digitale Revolution meistert. Und zwar gut. Denn es geht um Tausende von Arbeitsplätzen.

Als Politiker riskieren Sie aber auch einen Imageschaden. Insbesondere jetzt, da CS-Chef Tidjane Thiam mit seinem Lohn von 11,9 Millionen Franken bei einem Verlust der Bank von 2,7 Milliarden Franken die Abzockerdebatte wieder neu befeuert.
Die heutigen Vergütungssysteme sind nicht vergleichbar mit jenen vor 2008. Heute sind weit mehr als die Hälfte der Bonuszahlungen auf Jahre hinaus aufgeschoben. Ob sie zudem ausbezahlt werden, hängt auch von der zukünftigen Performance des ­Unternehmens ab.

Wie bitte? Für Sie ist das also alles in Ordnung?
Auch ich bleibe den hohen Salären gegenüber kritisch eingestellt. Als Politiker und Unternehmer will ich aber nicht nur reden, sondern auch mitgestalten. Und dank diesem Mandat sehe ich, wie sich Regulierung an der Front auswirkt. Man staunt schon nicht schlecht, wenn man als Erstes drei prall gefüllte Bundesordner mit Compliance-Vorschriften bekommt. Der Finanzplatz braucht eine gute ­Regulierung, aber es scheint mir, dass es jetzt des Guten zu viel ist.

Als Zürcher Ständerat müssten Sie für den gesamten Finanzplatz einstehen. Werden Sie jetzt zum CS-Mann?
Sicher nicht. Ich kämpfe seit 13 Jahren, seit meiner ersten Wahl in den Nationalrat, für den Finanzplatz.

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