Löhne der CS-Manager: Kaum honorierter Selbstverzicht

Der Verzicht der Credit-Suisse-Geschäftsleitung auf einen Teil der Boni hat die Stimmrechtsberater nur mässig beeindruckt. Sie empfehlen den Aktionären, die Traktanden zu Vergütungsfragen abzulehnen.

In der Nacht auf Karfreitag hat die Credit Suisse (CS) mitgeteilt, dass Konzernchef Tidjane Thiam und die übrigen Geschäftsleitungsmitglieder übereingekommen seien, freiwillig auf 40% ihrer Boni zu verzichten. Offenbar haben nicht zuletzt Gespräche mit bedeutenden Aktionären die Manager zu diesem Teilverzicht bewogen. Zuvor hatten einflussreiche Stimmrechtsberater wie ISS, Glass Lewis und Ethos den CS-Aktionären empfohlen, den im Jahresbericht 2016 veröffentlichten Vergütungsbericht an der kommenden Generalversammlung (GV) vom 28. April abzulehnen.

Prospektiv und retrospektiv

Der Verzicht auf einen Teil der Boni macht eine Anpassung der Traktandenliste nötig. Zur Erinnerung: Die Aktionäre bestimmen an der anstehenden GV prospektiv (für das laufende Geschäftsjahr) über die maximale Gesamtentlöhnung des Verwaltungsrats, die maximale fixe Vergütung der Geschäftsleitung und den maximalen Gesamtbetrag der langfristigen Boni (long-term incentive; LTI). Zudem befinden sie retrospektiv (für das Geschäftsjahr 2016) über die kurzfristigen Boni (short-term incentive; STI).

Um beim Verwaltungsrat zu beginnen: Die maximale Honorierung des obersten Gremiums soll für das laufende Geschäftsjahr (GV 2017 bis GV 2018) von 12,5 Mio. auf 12 Mio. Fr. gesenkt werden. Die Bank macht keinerlei Angaben darüber, was hinter der Reduktion von 0,5 Mio. Fr. steht. Wahrscheinlich haben jene Verwaltungsräte, die in den Kontrollgremien von Tochtergesellschaften der CS sitzen, auf einen Teil ihrer Honorare verzichtet. Bereits vor den jüngsten Anpassungen hatte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner freiwillig eine Halbierung seines Vorsitzhonorars von 1,5 Mio. auf 0,75 Mio. Fr. bekanntgegeben. Im Geschäftsjahr 2015 hatte er ganz darauf verzichtet.

Stärker als bei den Verwaltungsräten fallen die Kürzungen bei den Geschäftsleitungsmitgliedern ins Gewicht. Die kurzfristigen Boni, die anhand der Leistungen im zurückliegenden Geschäftsjahr ermittelt werden, sinken auf 17,1 (ursprünglich 26) Mio. Fr. Die Gesamtvergütung von Thiam sinkt nach dem Bonusverzicht auf 10,2 (11,9) Mio. Fr. Die eine Hälfte der kurzfristigen Boni wird sofort in bar ausbezahlt, die andere Hälfte wird als aufgeschobene Barvergütung am dritten Jahrestag der Zuweisung übertragen.

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