Während die Debatte über eine gesetzliche Obergrenze für Managergehälter auf Hochtouren läuft, handeln Deutschlands Aufsichtsräte – und setzen immer öfter Limits für die Vergütung des Vorstandschefs fest. So kann Matthias Müller (Volkswagen) maximal zehn Millionen pro Jahr einstreichen; bei Hans van Bylen (Henkel) sind es 8,4 Millionen Euro. Sicher: Das sind stattliche Beträge. Aber Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah hat in einem Interview mit der Rheinischen Post Ende letzter Woche zu Recht betont, dass deutsche Unternehmen „mit ausländischen Konzernen im Wettbewerb um die besten Köpfe“ stehen. Feste Vorgaben könnten die Besonderheiten einzelner Unternehmen „nicht angemessen berücksichtigen“. Wir stimmen zu (siehe dazu auch die VARD-Leitlinien zur Vorstandsvergütung), werden aber zugleich nicht müde zu betonen: Um eine gesetzliche Regulierung zu verhindern, müssen noch mehr Aufsichtsräte ihre Verantwortung wahrnehmen und Exzesse stoppen.