Aufsichtsratsvergütung: Warum Chefkontrolleure nicht „unterm Weinfass liegen“

Gabor Steingart hat die Aufsichtsratsvergütungen via Twitter scharf kritisiert. „Wasser predigen und unter dem Weinfass liegen“, kommentierte der Handelsblatt-Herausgeber eine aktuelle Studie, der zufolge die Vergütung eines typischen Dax-Aufsichtsratschefs in den letzten zehn Jahren von 235.000 auf 359.000 Euro gestiegen ist. Zugleich stieg aber auch die Arbeitsbelastung, weil sich gemütliche Rotwein-Runden zu professionellen Gremien gemausert haben (von höheren juristischen Risiken ganz zu schweigen). Und gerade die Aufsichtsratschefs haben vielerorts neue Aufgaben übernommen, allen voran die Kommunikation mit Investoren. Hinzu kommt: Die meisten erhalten ausschließlich fixe Vergütungen – nur noch fünf Dax-Konzerne zahlen ihren Aufsichtsräten darüber hinaus Prämien. Von Fehlanreizen wie bei den Vorstandsvergütungen kann deshalb keine Rede sein. Schon deshalb hinkt Steingarts Vergleich. Hoffen wir, dass sein Tweet nicht der Auftakt einer postfaktischen Neiddebatte war.

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