Hauptversammlungen: Aufsichtsräte geraten unter Beschuss

Derzeit kommt es für deutsche Aufsichtsräte knüppeldick; kaum ein Tag vergeht, ohne dass Investoren prominente Gremienmitglieder ins Visier nehmen. So hat die Aktionärsberatung ISS in dieser Woche nicht nur das Vorstandsvergütungssystem von Munich Re abgelehnt, sondern auch die Aufsichtsräte Henning Kagermann und Bernd Pischetsrieder kritisiert, weil sie dem Gremium bereits seit 1999 bzw. 2002 angehören – und damit nach internationalen Gepflogenheiten nicht mehr als „unabhängig“ gelten könnten. Fast zeitgleich monierte die Fondsgesellschaft Deka, dass Paul Achleitner erneut in den Bayer-Aufsichtsrat gewählt werden soll – obwohl er dem Gremium bereits seit 15 Jahren angehört (und Bayer erst vor kurzem beschlossen hat, dass drei Amtszeiten à fünf Jahren in der Regel das Maximum sein sollen). Widerstand gibt es auch gegen Alexander Schütz, der in den Deutsche-Bank-Aufsichtsrat einziehen soll. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir halten nichts von starren Regeln; so kann es durchaus Fälle geben, in denen Aufsichtsräte auch nach vielen Jahren noch die Besten für den Job sind. Aber es ist wichtig, dass Aktionäre dies hinterfragen. Gremienchefs und die Betroffenen sollten es ihnen gleichtun.

DCGIBoardNews

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