Tönnies-Kritiker Horn kehrt in Schalkes Aufsichtsrat zurück

Eine Niederlage kommt selten allein: Am Tag nach dem 0:2 in Freiburg kassierte Schalke 04 vor dem Essener Landgericht noch eine zweite Schlappe: Andreas Horn, der vereinsintern als Kritiker von Clemens Tönnies gilt, darf ab sofort wieder an den Sitzungen des Aufsichtsrates teilnehmen.

Schalkes Ehrenrat hatte den Arzt aus Heidelberg für zwölf Monate von seinem Amt als Aufsichtsrat suspendiert, damit nach Auffassung des Gerichts aber unangemessene Sanktionen ergriffen.

Horn soll Schalke-Chef Tönnies vor einem Jahr getäuscht haben

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Dickmeis gab dem Antrag Horns auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen die Suspendierung statt. Der Beschluss des Ehrenrats gegen Horn vom 27. Februar 2017 wird damit bis zum rechtskräftigen Abschluss eines Hauptsacheverfahrens ausgesetzt. Dem Schalker Ehrenrat gehören unter anderem der Gelsenkirchener Rechtsanwalt Volker Stuckmann sowie Schalkes Torjäger-Legende Klaus Fischer an.

Horn wird vom Ehrenrat vorgeworfen, Vereinschef Clemens Tönnies im Vorfeld der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr getäuscht zu haben. Horn hatte mit Tönnies vertrauliche Gespräche geführt, um diesem einen Weg zum Rückzug aus dem Aufsichtsrat aufzuzeigen.

„Ich wollte es in Frieden regeln“

Tönnies zeigte dies dem Ehrenrat an, der ihm den Rücken stärkte, Verstöße gegen Satzung und Leitbild des Vereins witterte und Horn für zwölf Monate seines Amtes enthob. Richter Dickmeis erschienen die vorgelegten Argumente aber „zu dünn“ für ein solches Strafmaß, zumal Horn damit quasi bis zum Ende seiner Amtszeit im Sommer 2018 nicht mehr seinen Aufgaben als gewählter Aufsichtsrat nachkommen könnte.

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