Gehaltsdebatte um VW-Betriebsratsboss Osterloh: Deutschlands mächtigster Arbeiterführer muss jetzt schwitzen

VW Betriebsratschef Bernd Osterloh hat ein Problem am Hals: Staatsanwälte ermitteln gegen VW-Topmanager wegen Untreue-Verdachts. Dabei geht es vorallem um Osterlohs Gehalt. Es soll Boni von bis zu einer halben Million Euro pro Jahr enthalten. Das wäre schwer vermittelbar bei VW-Arbeitern. Auch VWs Ruf dürfte darunter leiden: Unter Gewerkschaftern galt der Konzern punkto Mitbestimmung als vorbildlich.

Ruhig, fast schon handzahm gab sich Deutschlands mächtigster Arbeitnehmervertreter in den vergangenen Wochen. Im Interview mit manager magazin sprach Volkswagen-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh Ende März vom „ruhigen Fahrwasser“, in das der Autohersteller zurückkehren sollte. Die öffentlich ausgetragene Fehde mit VW-Markenchef Herbert Diess wegen des Zukunftspakts? Das sei wie im normalen Leben, behauptete Osterloh. Wenn jemand vertragsbrüchig werde, klage die andere Partei ihr Recht ein.

Erst vor zwei Tagen, auf der Hauptversammlung des Autoriesen, saß Osterloh nicht nur auf Augenhöhe mit dem gesamten VW-Konzernvorstand. Er wirkte auch so, als sei er auf Augenhöhe mit den Topmanagern. Doch nun hat Osterloh ein Problem am Hals, das für ihn gefährlich werden könnte – und in weiterer Folge für die Arbeitnehmer-Mitbestimmung in ganz Deutschland.

VW-Personalvorstand Blessing und Vorgänger Horst Neumann im Visier

Denn seit kurzem steht der Vorwurf im Raum, dass der 60-jährige Osterloh für seine Betriebsratstätigkeit unverhältnismäßig viel Geld kassiert haben könnte. Wie heute bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen vier Top-Manager von Volkswagen wegen des Anfangsverdachts auf Untreue. Zum Kreis der Untersuchten zählen VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing und sein Vorgänger Horst Neumann.

Osterloh selbst ist von den Ermittlungen also nicht direkt persönlich betroffen. Doch das Thema hat direkt mit ihm zu tun: Denn die Beamten untersuchen laut dem „Handelsblatt“, ob die Manager Betriebsräten finanzielle Vorteile gewährt haben. Diese könnten rechtlich als Vermögens-Veruntreuung gesehen werden.

Es geht also im Kern darum, ob die Gehälter von VW-Arbeitnehmervertretern unverhältnismäßig hoch sind, die Topmanager also ihrem Betriebsratschef Osterloh eine zu hohe Vergütung genehmigt haben. Der VW-Betriebsrat und der Konzern selbst erklärten, sich bei der Vergütung von Betriebsratsmitgliedern an das Betriebsverfassungsgesetz zu halten.

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