Boni für Betriebsräte: Wenn Mitbestimmung Millionäre hervorbringt

Vorstände müssen sich immer öfter für hohe Saläre von Betriebsräten rechtfertigen. Das zeigte sich jüngst etwa bei den Stuttgarter Straßenbahnen, deren Aufsichtsrat Schadensersatz vom ehemaligen Personalchef fordert. Inzwischen ist auch VW betroffen: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen vier Top-Manager, darunter Personalvorstand Karlheinz Blessing. Sie sollen verantwortlich sein, dass Betriebsräte überhöhte Gehälter kassiert haben. Betriebsratschef Bernd Osterloh hat daraufhin offengelegt, dass er rund 200.000 Euro Grundgehalt kassiert (zuzüglich Boni waren es laut ZEIT in der Spitze 750.000 Euro, zuletzt 290.000 Euro). Das ist üppig für einen früheren Bandarbeiter – auch wenn Arbeitgeber bei der Lohnfortzahlung für Betriebsräte unterstellen dürfen, dass sie Karriere gemacht hätten. Unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz haben solche Summen aus unserer Sicht mindestens ein „G’schmäckle“ – nämlich nach Mauschelei und dem Erkaufen von Zugeständnissen. Aufsichtsräte sind gefordert, (Personal-)Vorständen klare Grenzen zu setzen.

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