Chefwechsel bei Lafarge-Holcim: Letzte Chance für den Verwaltungsrat

Die Berufung von Sika-Chef Jan Jenisch zum CEO von Lafarge-Holcim muss zum Erfolg werden, sonst hat das oberste Gremium der Gruppe ein Problem.

Wer in den vergangenen zweieinhalb Jahren erlebt hat, wie sehr sich Jan Jenisch für den Status quo beim Bauchemiehersteller Sika eingesetzt hat, ist über seinen Jobwechsel möglicherweise erstaunt. Der 51-jährige Manager wird Chef des Zementproduzenten Lafarge-Holcim, obwohl er stets betont hat, wie sehr er Sika verbunden sei. Seit Ende 2014 befinden sich die Mehrheit des Verwaltungsrats und das Topmanagement von Sika in einem Abwehrkampf gegen Saint-Gobain. Dieser Firma möchte Sikas Gründerfamilie Burkard ihre Namenaktien verkaufen.

Aussichtslose Abwehr

Das Job-Angebot von Lafarge-Holcim war für Jenisch aber offenbar zu verlockend. Gewiss hat für ihn auch eine Rolle gespielt, dass der Kampf gegen Saint-Gobain aussichtslos ist. Selbst wenn die Burkards die gerichtliche Auseinandersetzung verlieren sollten, werden sich die opponierenden Führungskräfte nicht an der Macht halten können. Die Familie hat mehrmals betont, dass sie ihre Namenaktien vorerst behalten wird, falls die Transaktion mit Saint-Gobain scheitert. In diesem Fall wird sie kaum mit der derzeitigen Sika-Führung weiterarbeiten wollen.

Lafarge-Holcim und Sika haben Berührungspunkte. Beide Firmen sind in Dutzenden von Ländern tätig und betreiben dort ein ausgesprochen lokal ausgerichtetes Geschäft. Trotzdem wird die Arbeit beim Zementhersteller für Jenisch nicht dieselbe sein wie bei Sika. Der Umsatz des Bauchemieherstellers ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, und das bei überproportional steigender Rentabilität. Holcim und Lafarge hingegen haben die Phase ungestümen Wachstums schon seit Jahren hinter sich.

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