Nachfolgeplanung für Vorstände: Experten raus, Kommunikatoren rein

„Ich habe Sie als einen netten Kerl kennengelernt, der viel in der Birne hatte, vor allem chemischen Sachverstand.“ Die Abschiedsworte, die Evonik-Aufsichtsratschef Werner Müller auf der Hauptversammlung in der letzten Woche an den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Klaus Engel richtete, haben Symbolkraft: Experten mit fundiertem Spezialwissen haben in Deuschlands Chefetagen ausgedient. Im Zuge der Digitalisierung sind bei der Nachfolgeplanung zunehmend Manager mit dem Blick fürs große Ganze gefragt, deren Stärken im Teambuilding und im kommunikativen Bereich liegen. Beispielhaft dafür steht Engel-Nachfolger Christian Kullmann: Dem studierten Wirtschaftshistoriker, der bei Evonik lange als Pressechef fungierte, sagen Wegbegleiter hohe Diskussionsbereitschaft und Kritikfähigkeit nach. Das ist ein Vorteil: Angesichts des rasanten digitalen Wandels können Vorstandschefs sowieso nicht mehr die größten Experten sein, weil Wissen zu schnell veraltet. Sie müssen stattdessen die wahren Experten zusammenbringen und ihnen Raum lassen, gute Ideen zu entwickeln – was gar nicht so einfach ist, wenn man sich selbst für den besten Chemiker, Ingenieur oder Mathematiker hält.

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