Public Governance: Die Top-Verdiener in deutschen Staatsbetrieben

Laut einer Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen, über die das Handelsblatt diese Woche exklusiv berichtete, war der – inzwischen ausgeschiedene – Bahnchef Rüdiger Grube 2016 der Top-Verdiener unter den Managern deutscher Staatsunternehmen: Mit einer Vergütung von mehr als 1,4 Millionen Euro lag er weit vor KfW-Chef Ulrich Schröder und Alexander Wüerst von der Kölner Kreissparkasse (je rund eine Million Euro). Darüber hinaus zeigt die Studie, dass weniger als ein Drittel der Staatsbetriebe die Saläre ihrer Top-Manager veröffentlicht. Das ist ärgerlich; schließlich geht es um Steuergelder und nicht zuletzt um Vertrauen in staatliche Aktivitäten. Wer jedoch glaubt, mit neuen Transparenzvorschriften die Vergütungen senken zu können, dürfte eines Besseren belehrt werden: In Aktiengesellschaften hat Transparenz zu einer Aufwärtsspirale geführt, weil „Kleinverdiener“ in den Vorständen plötzlich auf höhere Saläre bei der Konkurrenz verweisen konnten. Wer die Corporate Governance in Staatsbetrieben („Public Governance“) verbessern will, sollte deshalb nicht eindimensional auf Transparenz bauen, sondern vor allem für vernünftige Überwachungsstrukturen mit kompetenten Aufsichts- und Verwaltungsräten sorgen.

 

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