Diversity: Vielfalt in Führungsgremien ist endlich umfassend messbar

Erinnern Sie sich noch? Letztes Jahr musste sich Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah Kritik anhören, nachdem die Frauenquote gesunken war. Im „Board Diversity Index“ (BoDI) des Centrums für Strategie und Höhere Führung fiel der Konzern deshalb zurück und belegte den vorletzten Platz (im 2017er-Index ist Henkel sogar Dax-Schlusslicht). Bagel-Trah hielt den Kritikern entgegen, dass „unterschiedliche Denk- und Sichtweisen“ wichtiger sind als Nationalitäten, Ausbildungen oder eben Alter und Geschlecht (die BoDI-Kriterien). Wir sehen das genauso – und freuen uns deshalb, dass das Forschungsinstitut FAS Research (im Auftrag von VARD und DCGI) eine neue, wissenschaftlich fundierte Methode entwickelt hat, Diversity in Führungsgremien zu messen: Neben klassischen Kriterien wie Frauenquote und Altersdiversität berücksichtigt FAS auch die (nachweisbaren) Beziehungen der einzelnen Aufsichtsräte zu anderen Branchen, Technologiefeldern und Kulturen. Denn ein breit gefächertes Netzwerk – etwa durch (weitere) AR-Mandate oder Engagements in Verbänden, Stiftungen oder Hochschulen – ist im Zeitalter der Digitalisierung besonders wichtig, weil dadurch das Risiko sinkt, in der eigenen sozialen Blase zu verharren und neue Trends zu übersehen. Wenn man diesen Aspekt einbezieht, landet der Henkel-Aufsichtsrat übrigens auf Platz 1 (vor Lufthansa, Telekom und Deutscher Bank). Das komplette Dax-Diversity-Ranking und weitere Informationen finden Sie hier.

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