Cooling-Off: Kurzzeit-Aufsichtsräte als Symbol für Governance-Formalismus

Die zweijährige Cooling-Off-Periode vor dem Wechsel in den Aufsichtsrat ist besser als nichts – reicht aber bei vielen Vorstandschefs nicht, um abzukühlen (sprich: Interessenkonflikte zu entschärfen, weil sie plötzlich ihre eigene Strategie überwachen). Es ist deshalb ein klassisches Beispiel für einen eher formalistischen Governance-Ansatz, wenn Unternehmen wilde Kapriolen schlagen, um die Zweijahres-Frist taggenau einzuhalten – statt im Zweifel lieber noch zu warten oder ganz auf die Nominierung zu verzichten. Beispiel Allianz: Im Mai wählten die Aktionäre Aufsichtsratschef Helmut Perlet für ganze drei Tage (!) erneut ins Gremium, weil die Schamfrist für seinen designierten Nachfolger Michael Diekmann am Tag der Hauptversammlung noch nicht ganz abgelaufen war. Wenn Governance solche Blüten treibt, ist das unserer Sicht ein Beleg dafür, dass wir mehr inhaltliche Debatten und Prinzipien brauchen – und weniger pauschale Vorgaben.

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