Ex-Arcandor-Chef: Gericht stellt Verfahren gegen Middelhoff ein

Das Landgericht hat das Verfahren gegen den 64-Jährigen wegen Anstiftung zur Untreue nur sechs Wochen nach Eröffnung eingestellt. Grund für den früheren Schlussstrich sei, dass die zu erwartende Strafe angesichts der gegen Middelhoff bereits in einem früheren Verfahren verhängten dreijährigen Haftstrafe „nicht beträchtlich ins Gewicht falle“, sagte der Vorsitzende Richter Edgar Loch am Mittwoch. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. Die notwendigen eigenen Auslagen muss Middelhoff dagegen selbst zahlen. Denn der Tatverdacht sei nach der bisherigen Beweisaufnahme nicht so weit entkräftet, dass es angemessen sei, diese Kosten der Staatskasse aufzubürden, sagte der Richter.

Middelhoffs Verteidigerin Anne Wehnert begrüßte die Verfahrenseinstellung, da ihrem Mandanten damit ein langwieriges Verfahren erspart bleibe. Sie betonte jedoch gleichzeitig, dass sie „absolut sicher“ sei, dass am Ende einer vollständigen Beweisaufnahme ein Freispruch gestanden hätte. Die Staatsanwaltschaft hatte dem ehemaligen Arcandor-Chef im Essener Verfahren vorgeworfen, die Aufsichtsräte des Unternehmens zur Untreue angestiftet zu haben, als es um seine Abfindung ging. Der Manager hatte noch wenige Monate vor der Pleite des Konzerns eine Erfolgsprämie von 2,3 Millionen Euro erhalten. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte er keinen Anspruch auf das Geld.

Eine Handvoll Verhandlungstage haben dem Gericht offenbar genügt, um sich ein ausreichendes Bild von den Vorgängen zu machen. In einem Rechtsgespräch mit der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern stellten die Richter am Montag mit Zustimmung aller Parteien die Weichen für die Einstellung des Verfahrens, wie ein Gerichtssprecher erklärte.

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