Governance-Formalismus: Der Kodex ist tot – es lebe der Kodex?

Es war eine wichtige und interessante Aussage des neuen Vorsitzenden der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex: Der Kodex solle „keine Checkliste“ sein, stellte Rolf Nonnenmacher vergangene Woche auf der 16. Kodexkonferenz in Berlin klar, wo er zudem eine „grundlegende Überarbeitung“ des Regelwerks ankündigte. Nachdem wir im Zuge unserer Kritik an der jüngsten Kodexreform erste Änderungsvorschläge gemacht haben, begrüßen wir das natürlich – und warten gespannt auf Konkretisierungen. Hoffnung, dass die Reform in die richtige Richtung geht, macht uns vor allem Nonnenmachers Checklisten-Aussage. Denn nach unserer Wahrnehmung ist der Kodex leider oftmals genau das: eine Checkliste. Vielerorts werden deshalb nur noch Einzelvorgaben abgehakt, statt über Governance zu reflektieren – ein formalistischer Habitus, den die Kommission durch immer mehr Empfehlungen selbst gefördert hat. Wir hoffen deshalb auf eine Entschlackung und begrüßen die Ankündigungen, „international anerkannte Best Practices“ zu berücksichtigen und den Dialog mit Vorständen und Aufsichtsräten zu intensivieren. Das ist der richtige Weg, Herr Nonnenmacher!

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