Investoren & Boni: Mehr Ermessenspielräume für gute Aufsichtsräte

Während der diesjährigen HV-Saison schien es bisweilen, als stünden Vorstände und Aufsichtsräte einer geschlossenen Phalanx von Investoren und Aktionärsberatern gegenüber – vor allem in Sachen Managergehälter. Doch ganz so eindeutig ist die Sache nicht: Auf dem #DART11 wies Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Engagement bei Union Investment, auf einen wichtigen Unterschied zwischen deutschen und angelsächsisch geprägten Investoren bzw. Stimmrechtsberatern hin. Vertreter der angelsächsischen Denkschule, so Speich, seien sehr empfindlich, wenn es um Ermessensspielräume von Aufsichtsräten bei den Boni geht. Deutsche Fonds gingen anders an die Sache ran: „Wenn wir den Aufsichtsräten vertrauen, haben wir auch kein Problem mit gewissen Ermessenspielräumen“, stellte Speich klar. Dieses Vertrauen sei aber leider nicht immer vorhanden. So sei die Diskussion über die Unabhängigkeit von Aufsichtsräten „noch nicht zu Ende geführt“. Zudem forderte Speich mehr Transparenz, damit Investoren sich ein Bild von den Kompetenzen machen können: „Wenn ein Aufsichtsrat ein Problem damit hat, dass Informationen über ihn im Internet veröffentlicht werden, dann soll er zurücktreten.“

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