Deutsche-Bank-Chef rechnet mit Vorgängern ab

Nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten rechnet Deutsche-Bank-Chef John Cryan 2017 mit einem Gewinn. „Ich erwarte nicht, dass wir in diesem Jahr einen Verlust machen“, bekräftigte Cryan im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Schon bei der Bilanzvorlage im Februar hatte sich Cryan ähnlich geäußert. Analysten prognostizierten zuletzt im Schnitt einen Nettogewinn von 1,36 Milliarden Euro. Die Mitarbeiter könnten daher auch wieder mit regulären Bonuszahlungen rechnen, signalisierte Cryan. Für 2016 hatte der Vorstand wegen eines Milliardenverlustes die variablen Gehälter um mehr als drei Viertel gekürzt. Das drückt auf die Stimmung in der Belegschaft. Nach einer internen Umfrage halten drei Viertel der Mitarbeiter ihre Leistung nicht für ausreichend honoriert.

Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren drückt der Brite beim Abbau teurer Rechtsstreitigkeiten aufs Tempo, auch die Schließung von Filialen und der Abbau Tausender Stellen sollen Deutschlands größtes Geldhaus wieder flott machen. Zur Integration der Bonner Tochter Postbank ins Privatkundengeschäft der Deutschen Bank führe der Vorstand intensive Gespräche mit Betriebsräten, Gewerkschaften und der Finanzaufsicht. Mit der Veröffentlichung konkreter Schritte sei „frühestens Ende dieses Jahres“ zu rechnen, sagte Cryan.

„Wir wären heute in besserer Verfassung, wenn wir das, was wir in den vergangenen zwei Jahren erledigt haben, schon vor sechs oder sieben Jahren getan hätten“, sagte Cryan. Nach der Finanzkrise habe die Deutsche Bank später als alle anderen damit begonnen, Probleme zu beheben. „Sie marschierte lange weiter in die eingeschlagene Richtung. Andere Häuser nahmen schon 2010 oder 2011 große Veränderungen in Angriff“, so der Konzernchef. Die Deutsche Bank hinke deshalb drei bis vier Jahre hinter der Konkurrenz aus den USA her. „Wir Europäer tendieren dazu, Probleme auf die lange Bank zu schieben“, sagte der Brite.

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