Aufsichtsräte & Boni: Der Middelhoff-Prozess – Desaster oder wichtiges Signal?

Ende vergangener Woche hat das Landgericht Essen wie erwartet den Prozess gegen vier Ex-Arcandor-Aufsichtsräte eingestellt, darunter der ehemalige REWE-Chef Hans Reischl und der frühere Sal.-Oppenheim-Manager Carl Friedrich Janssen. Die Staatsanwälte hatten ihnen Untreue vorgeworfen, weil sie dem damaligen Vorstandschef Thomas Middelhoff kurz vor der Insolvenz 2009 einen Millionen-Bonus gewährt hatten. Dass die Aufseher nun mit Geldauflagen von je 75.000 Euro davonkommen, werten die Medien als Niederlage für die Staatsanwälte. Aber die Vorwürfe gegen die Aufsichtsräte standen aus unserer Sicht nicht auf derart wackeligen Beinen wie die Anklage gegen Middelhoff wegen Anstiftung zur Untreue. Und eine Geldauflage, auch dies sei betont, ist kein Freispruch. Somit geht von dem Prozess ein wichtiges Signal an Aufsichtsräte aus: Wer allzu üppige Boni gewährt, riskiert juristischen Ärger. Und das ist auch gut so.

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