Air Berlin: Ex-Bahnmanager Becht neuer Aufsichtsratschef

Die angeschlagene Fluglinie Air Berlin präsentiert den Ex-Bahnvorstand Gerd Becht als neuen Aufsichtsratschef. Der Fachjurist für Unternehmensübernahmen muss vor allem zwei dringende Probleme lösen.

Die Überraschung saß. Am Dienstagnachmittag präsentierte Air Berlin einen neuen Verwaltungsratschef und damit den Nachfolger von Joachim Hunold. „Eigentlich dachten alle, der Achim macht das noch, bis die Lufthansa im Herbst die Reste unseres Ladens kauft“, so ein Mitarbeiter.

Stattdessen berief das Unternehmen heute den Bahnmanager Gerd Becht auf den Posten.

Auf den ersten Blick ist Becht für seinen neuen Job als Verwaltungsratschef bei Air Berlin nicht so recht qualifiziert. Nicht nur dass dem 65-Jährigen die Erfahrung als Unternehmenslenker fehlt. Er hat in seiner Zeit als Rechtsvorstand der Deutschen Bahn weltweit nach Kräften Fluglinien verklagt, weil sie der Bahnspeditionstochter Schenker zu viel Geld für Luftfracht abgeknöpft hat. „Und auch in der Berliner Politik besitzt er nicht so viel Rückgrat, dass er bei Bund und Land Hilfen in Form von Geld oder Rückendeckung loseisen könnte, falls es mal eng wird“, so ein Kenner der politischen Szene.

Doch auf den zweiten Blick ergibt die Berufung des Volljuristen Sinn. Denn der Anwalt mit einer US-Zulassung bringt in einem anderen Bereich jede Menge Wissen mit: „Er ist ausgewiesener Experte für Restrukturierungen und Mergers and Aquisitions. Er wird der Air Berlin mit seiner Erfahrung frische Impulse geben“, so die Botschaft von Air-Berlin-Vorstandschef Thomas Winkelmann. Wem das zu unklar ist: Becht ist Spezialist für das Verkaufen von Unternehmen und soll hier für mehr Schwung sorgen.

Das ist auch bitter nötig. Denn Air Berlin braucht dringen einen neuen Partner. Die Schulden und das negative Eigenkalital summieren sich auf gut drei Milliarden Euro.

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