Ein wichtiges Aktionärsrecht steht in den USA auf der Kippe. Eine aktuelle Gesetzesinitiative der Republikaner – der Financial Choice Act – soll das Recht von Aktionären, auf Hauptversammlungen eigene Vorschläge einzubringen und zum Beispiel Board-Kandidaten vorzuschlagen, deutlich einschränken. Von diesem Recht hatten Investoren in den vergangenen Jahren immer öfter Gebrauch gemacht – mit zunehmendem Erfolg. Obwohl das US-Repräsentantenhaus den Gesetzentwurf Anfang Juli gebilligt hat, ist aber noch nicht absehbar, ob das Regelwerk je in Kraft tritt. Denn der Widerstand ist erheblich – auch in staatlichen Sphären. So hat eine breite Koalition von „Treasurern“ scharf gegen das Vorhaben protestiert. Die Aufweichung der Aktionärsrechte würde es deutlich schwerer machen, Board-Mitglieder „in die Verantwortung zu nehmen“.